
ÄXTE

Seit über 25 Jahren schmiede ich noch immer mit Begeisterung Äxte. Die Axt ist etwas absolut Archaisches, sie nimmt einen wichtigen Platz in jeder menschlichen Kultur ein und es ranken sich unzählige Legenden, Sagen und Mythen um die Axt. Nur das Schwert nimmt sonst eine ähnliche Stellung ein, doch im Gegensatz zu dieser Waffe ist die Axt immer auch Werkzeug. Eine Axt bietet noch mehr Spielraum, um Form, Funktion und persönliche Vorstellungen zu einem Individuum zusammen zu bringen. Meine Äxte werden alle nach traditioneller Art und Weise von mir von Hand geschmiedet. Je nach Kundenwunsch werden sie aus einem Stück geschmiedet oder im Schneidenbereich mit einem höher kohlenstoffhaltigen Stahl laminiert. Die Härtung erfolgt selektiv und es wird zwei Mal angelassen. Wenn keine Standard-Stiele zum Einsatz kommen sollen, fertige ich auch die Stiele aus unterschiedlichen Hölzern selber an. Durch ein eigenes Sägewerk habe ich die Möglichkeit, auch mal auf besondere Hölzer zurückgreifen zu können. Es folgen einige ausgewählte Äxte, die ich etwas ausführlicher vorstellen möchte. Ich schmiede aber gerne jede gewünschte Axt auch nach Vorlage, Skizze, Foto, auch aus Damaststahl, nimm einfach Kontakt zu mir auf und wir schauen, wie wir dein Projekt umsetzen können.
Franziska

Eine der beeindruckendsten Äxte ist für mich nach wie vor die Franziska. Die Fränkische Wurfaxt wurde in unzähligen Variationen und Formen geschmiedet und gefunden. Was sie grundsätzlich von anderen Äxten unterscheidet, ist der Winkel zwischen ihrem Kopf und dem Stiel. Dadurch deckt sie während der Rotation beim Wurf einen größeren Bereich ab, in dem sie mit der Schneide trifft. Allen gemeinsam ist die schlanke und elegante Form, die das Geschick und das Formgefühl des Schmiedes fordern. Ich schmiede den Körper meiner Franzisken aus Eisen und verstähle sie dann im Bereich der Schneide mittig mit Kohlenstoffstahl, der natürlich selektiv gehärtet wird. Es gibt ein älteres Video eines meiner Kunden, der darin in beeindruckender Weise zeigt, wie zielsicher er meine Franziska werfen kann. Hier der Link
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Wikingerbeil
Dieses Beil orientiert sich an wikingerzeitlichen Formen: Es ist sehr schlank und filigran gearbeitet und mit ca 350g das leichteste unter meinen Beilen. Deshalb ist es in der Standardversion auch aus einem Stück C 60 geschmiedet und nicht laminiert, damit auch die nicht gehärteten Bereiche ausreichend stabil bleiben.
Gotlandaxt

Diese Axt habe ich zum ersten Mal vor Jahren zusammen mit einem Kollegen auf einem Schmiedetreffen in Luxemburg geschmiedet. Laut der Fundzeichnung die uns damals vorlag, war es die Gotland-Axt. Diese Art von Äxten werden im allgemeinen Helmdach-Äxte genannt und sie waren vor allem im baltischen Raum verbreitet, aber auch in Skandinavien. Ich hatte schon sehr filigrane Exemplare in der Hand und diese Äxte laminiere ich immer, da ich das komplizierte Haus aus Eisen schmiede.

Noch eine besondere Axt: Hier ist ein Imberbeil zu sehen, wie es vor mehreren hundert Jahren bei den Imkern im Gebrauch war, als diese noch die Zeidlerei betrieben, d.h. wilde Bienenvölker in ausgehöhlten Baumstämmen "bewirtschaftet" haben. Zugleich diente diese Axt auch der Verteidigung. Sie weist eine stark nach oben verlängerte Spitze auf, ist einseitig geschmiedet und angeschliffen und hat einen sehr langen Stiel, um die ihr zugedachten Aufgaben erfüllen zu können. Ich freue mich immer über solche Aufträge, denn es eröffnen sich dadurch immer neue Bereiche der Geschichte, die sehr spannend sein können. Hier bietet sich noch an, auf die Frage einzugehen: Axt oder Beil? Ich bin kein Wissenschaftler und habe für mich zwei Regeln gefunden: 1. Ein Beil ist leicht und kann einhändig geführt werden, und / oder 2. es ist einseitig geschmiedet und angeschliffen, muss dann aber nicht mehr unbedingt leicht sein.
Bartaxt

Eine Bartaxt zeichnet sich eben durch ihren Bart aus, d.h. die Klinge ist zum Teil sehr weit in Richtung Stiel/Handgriff verlängert. Sie war sowohl als Waffe, als auch als Werkzeug beliebt und die Formenvielfalt ist unbegrenzt. Ich laminiere sie eigentlich immer, bzw. je nach Form baue ich den Kopf sogar aus mehreren Einzelteilen zusammen, die nach traditioneller Art im Feuer miteinander verschweißt werden.
Behaubeil

Behaubeile der unterschiedlichsten Ausführungen waren früher bei den Holzhandwerken unentbehrlich. Sie sind fast immer einseitig geschmiedet und angeschliffen und häufig entsprechend auch einseitig mit einem Werkzeugstahl laminiert, der die Schneide bildet. Am ehesten in Erinnerung geblieben sind die großen Zimmermannsbeile, mit denen die Balken zugerichtet wurden. Die Vorlage für das hier abgebildete Behaubeil habe ich selber auf einem Hof in der Nachbarschaft gefunden, es scheint eine hier in Westfalen gebräuchliche Form gewesen zu sein, denn es sind inzwischen noch weitere dieser Form aufgetaucht. Ich habe es nachgeschmiedet und nutze es besonders gerne zum Schnitzen und groben Zurichten. Auch zum Glätten und Schlichten von Flächen lässt es sich hervorragend nutzen. Es ist eine Replik und daher habe ich auch das Stielhaus genau wie beim Original geschmiedet. Hierfür gibt es keine passenden Standard-Stiele. Entweder du nimmst dir die Zeit und fertigst dir selber einen Stiel an, oder ich kann das gegen Aufpreis für dich erledigen. Ein Stück trocknenes Eschenholz kann ich mitliefern.
